Glyphosat / Herbizideinsatz am Gleis

Glyphosat Einsatz der Bahn in Düsseldorf

Seit Jahrzehnten spritzt die Deutsche Bahn diverse Pestizide inklusive des sehr umstrittenen Pestizids Glyphosat  auf die Gleistrassen im dicht bewohnten Düsseldorf – und das, auch entlang der Bahngleise mitten durch den Stadtteil Angermund. Dies geht aus Unterlagen hervor, die der Initiative Angermund e.V. vorliegen.

Das Märchen von der grünen Bahn – der Spiegel berichtet

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet in seiner  Ausgabe 36/2019 ausführlich über den Pestizidcocktail inklusive des womöglich krebserregenden Herbizids Glyphosat, den die Deutsche Bahn bereits seit Jahrzehnten auf die Düsseldorfer Trassen ausbringt.

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Quelle: Der Spiegel, 36/2019

Im nördlichsten Stadtteil Düsseldorfs grenzen die Gleise besonders nah an die Wohnbebauung heran (z.B. Straßen: „Angerbenden“, „Am Angerfeld“ „An den Linden“).

Zudem führt der Schulweg vieler Angermunder Kinder unmittelbar entlang der Bahngleise („Zur Lindung“). In anderen Stadtteilen Düsseldorf sieht es nicht anders aus, denn es laufen  zwei zentrale, sog. TEN Trassen mitten durch NRWs-Landeshauptstadt..

„Es ist schockierend, welche Gesundheitsbelastungen die Bahn den Angermundern seit vielen Jahren zumutet. Pausenloser Krach, Erschütterungen und jetzt auch noch die unglaubliche Gewissheit, dass die Angermunder Gleise, die direkt an unsere Wohnungen und Gärten heranreichen, mit Herbiziden bespritzt wurden, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen.“ (Elke Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund e.V.)

Auch die Aktuelle Stunde berichtet ausführlich über den Glyphosateinsatz der Bahn:

(WDR, 10.10.2019)

Warum kündigt die Bahn ihre Spritzfahrten nicht an, damit sich die Menschen schützen können? Die Antwort der Bahn im WDR Bericht ist für uns fast schon Satire und wird dem selbst gewähten Öko-Image der Bahn so nun gar nicht gerecht. Besonders wenn man bedenkt, dass die Spritzzüge meist nachts unterwegs sind ….

Auch die Bahn-Ankündigung Alternativen zu erforschen, erscheint unverständlich. Endlich mal handeln und nicht immer nur ankündigen. Das ist die „ach, so umweltfreundliche“ Bahn den Anrainern schuldig.

Auch die  Presse und Politik ist hellhörig geworden:

Quelle: Express, 2.9.2019

(Quelle: RP, 4. September 2019)

„Skandalös genug, dass die Bahn in unseren Wohngebieten seit Jahren spritzt. Aber, dass sie den Betroffenen den Einsatz der Herbizide nicht ankündigte, damit wir uns davor schützen konnten, setzt dem ganzen noch die Krone auf.“, kommentiert Wolfgang Eggerath, der seit 60 Jahren an der Angermunder Trasse sein Zuhause hat, die rücksichtslose Vorgehensweise der Bahn. Erschreckend findet er zudem, dass die Spritzfahren nicht von der Bahn selbst, sondern von Dritten durchgeführt wurden, wie zum Beispiel der Firma Bayer Crop Science.

Einhausungslösung macht Pestizideinsatz überflüssig

Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative Angermund e.V. alle Verantwortlichen auf, die Einhausungslösung der künftig sechsgleisigen Trasse wieder auf die Planungsagenda zu setzen. Denn diese schützt nicht nur vollständig vor Bahnlärm, sondern macht den Einsatz von gefährlichen Pestiziden überflüssig.

Welche Folgen hat der Herbizideinsatz für Mensch, Grundwasser, Tier und Umwelt?

Die jüngste Ankündigung der Deutschen Bahn, den Glyphosateinsatz zukünftig zu halbieren, kann die Initiative Angermund  nicht zufrieden stellen. Solange keine konkrete Vorgehensweise zur Gleispflege u.a. in Angermund vorliegen, wertet die Bürgerinitiative die Versprechungen der Bahn als strategische Flucht nach vorn, um vom intensiven Herbizideinsatz der Vergangenheit und seinen Folgen für Mensch, Grundwasser, Tier und Umwelt abzulenken.