Jede Menge Fachchinesisch: Offenlage zum RRX hinterläßt faden Beigeschmack

Die Rheinische Post berichtet über die Einwendungen vieler Angermunder zum RRX Planfeststellungsabschnitt 2.1 (Düsseldorfer Innenstadt). Die Hürden zur Beteiligung sind unserer Ansicht nach viel zu hoch – in den offengelegten Akten wartet jede Menge Fachchinesisch. Das schreckt normale Bürger mehr ab als es motiviert, sich bei diesem wichtigen Projekt mit Eiwendungen zu beteiligen.

Aufruf an alle Betroffenen: Mitmachen bei Umfrage zum Bahnlärm in Angermund

Aufruf an alle Angermunder:
Mitmachen bei Bahnlärm-Umfrage des Eisenbahnbundesamtes.


Bis zum 25. August läuft die Befragung von Betroffenen zum Schienenlärm durch das Eisenbahnbundesamt. Wir rufen alle betroffenen Angermunder auf, sich an dieser Umfrage zu beteiligen.

Mitmachen geht online unter diesem Link:
https://www.laermaktionsplanung-schiene.de/eisenbahnbundesamt/de/home

Für alle, die lieber einen Fragebogen auf Papier ausfüllen wollen, gibt es diesen hier auch (siehe unten).  Diesen einfach ausfüllen und abschicken (Achtung: bitte Frist wahren: 25. August) oder bis zum 20. August in unseren Vereinsbriefkasten werfen (Unter den Erlen 4).

Alle können mitmachen – Angermunder ebenso wie „Nicht- Angermunder“, die der Lärm in unserer Rosenstadt nervt und belastet und dies der obersten Bahnbehörde mitteilen möchten, damit sich nach 4 Jahrzehnten, bei uns endlich was zum Besseren ändert.

 

Transparenz beim RRX? Videostream der Stadtratsitzung vom 13. Juli 2017.

Die Frage und anschließende Diskussion im Düsseldorfer Stadtrat zur (fehlenden) Transparenz beim Großprojekt RRX seitens der Stadtverwaltung kann  im Videostream nachverfolgt werden:

https://www.duesseldorf.de/…/ratssitzung-vom-13-juli-2017.h…

Für alle politisch und juristisch interessierten: Es sind interessante 25 Minunten unter Tagesordnungspunkt TOP 4a.

Das Mammutprojekt RRXgreift in Düsseldorf massiv in öffentliche und private Belange ein. 6 Planfestellungsabschnitte gibt es zum nötigen Neu- und Ausbau in Düsseldorf. In 6 Planfeststellungsverfahren können und sollen sich die Bürger mit Einwendungen einbringen. Um sich entsprechend – jenseits der Hochganzfolien der DB – qualifiziert in das RRX-Projekt einarbeiten zu können, hat unser Rechtsbeistand deshalb bereits vor 2 Jahren für uns Akteneinsicht bei unserer eigenen Stadt Düsseldorf beantragt. Unserer Ansicht nach ein völlig normaler Vorgang – gerade wo doch Land auf und Land ab Bürger „mitgenommen werden sollen“ und Bürgerbeteiligung und Transparenz in jeder politischen Sonntagsrede herausgestellt werden. Auch der Düsseldorfer Ampelkooperationsvertrag (SPD, FDP, GRÜNE) spricht hier eine deutliche Sprache.

Was zwischenzeitlich bei anderen Behörden und öffentlichen Stellen in Sachen Akteneinsicht RRX funktioniert hat, geht bei der Stadt ganz offensichtlich bis heute nicht. Warum nicht?

Viel Spaß beim Gucken.

Unsere Anträge an die Stadt Düsseldorf sind übrigens klar umrissen und lauten wie folgt:

Im Namen unserer Mandantin beantragen wir,

1. die Gewährung von Zugang gemäß § 4 Abs. 1 IFG NRW zu den bei der Landeshauptstadt Düseldorf vorhandenen amt-lichen Informationen über
a) alle beantragten, vereinbarten, zugesagten, gewährten und geplanten finanziellen Leistungen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen für Bau oder Betrieb der Trasse des Rhein-Ruhr-Expresses,
b) alle Vereinbarungen zwischen dem Bund oder dem Land Nordrhein-Westfalen einerseits und der Deutsche
Bahn AG, der DB Netz AG, der DB Station & Service AG, der DB Energie GmbH oder der DB ProjektBau GmbH andererseits über die Finanzierung von Bau oder Be-trieb der Trasse des Rhein-Ruhr-Expresses,
c) alle Bewilligungsbescheide über die Gewährung von Fördermitteln an die Deutsche Bahn AG, die DB Netz AG, die DB Station und Service AG, die DB Energie GmbH oder die DB ProjektBau GmbH für Bau oder Betrieb der Trasse des Rhein-Ruhr-Expresses,
wobei wir darum bitten, den Zugang möglichst durch Ge-währung von Akteneinsicht sicherzustellen.

2. die Gewährung von Zugang gemäß § 2 UIG NRW zu allen bei der Landeshauptstadt Düsseldorf vorhandenen Umweltin-formationen über Bau und Betrieb der Trasse für den Rhein-Ruhr-Express, einschließlich der Feststellung des Bedarfs hierfür, insbesondere in den Planfeststellungsabschnitten 3.1 (Düsseldorf-Unterrath – Düsseldorf-Angermund) und 3.2 (Düsseldorf-Angermund – Duisburg Hbf), wobei wir darum bitten, den Zugang möglichst durch Gewährung von Akten-einsicht sicherzustellen.
Die geltend gemachten Ansprüche sind begründet. Dies ergibt sich unmittelbar aus § 4 Abs. 1 IFG NRW bzw. aus § 2 UIG NRW.

Transparenz und Zugang zu Informationen bei der Stadt Düsseldorf: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

(Rheinische Post:,  14.07.17)

Der CDU-Anfrage „Fehlende Transparenz beim RRX?“ brachte in der Beantwortung durch Oberbürgermeister Thomas Geisel am 13. Juli 2107 im Düseldorfer Stadtrat Erstaunliches zutage.

Gerne nehmen wir unserem Oberbürgermeister die Sorge, dass uns die Menge des Lesestoffs rund um das RRX Projekt überfordern und diese zu umfangreich sei.

Wir lesen gerne und viel, wenn wir denn nach mehr als zwei Jahren Hick Hack und offensichtlicher Hinhaltetaktik seitens der Stadtverwaltung endlich umfassenden Zugang zu den Umweltinformationen bekämen.


Welches Material dabei für uns relevant ist, entscheiden wir – wie es das Gesetz im übrigen auch vorsieht – als Antragssteller des Informationsantrags gerne selbst. Da es sich bei den RRX Akten nicht um geheimhaltungswürdige Daten handelt, steht der Stadt auch kein Vorprüfungsrecht zu.

Gerne zitieren wir nochmals das Versprechen und den Anspruch der Ampelkooperation zwischen SPD, FDP und Grüne aus 2014:

„Ziel ist es, stärker in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu treten und diesen dauerhaft, verlässlich und transparent zu gestalten. Dabei wollen wir allen Bevölkerungsgruppen gerecht werden. Voraussetzung dafür sind Transparenz und Zugang zu Informationen, sowie vielfältige Möglichkeiten und Instrumente der Beteiligung.“

Wie hat es Stadtrat Herr Norbert Czerwinski (Grüne) in Richtung Stadtverwaltung bei der gestrigen Sitzung  in Sachen Transparenz und RRX- Akteneinsicht  so treffend zusammengefasst:

„Vertrauensbildene Maßnahmen sehen anders aus.“

Können die Bürger den RRX vor Gericht ausbremsen?

Die Westdeutsche Zeitung berichtet über die Bürgerinformationsveranstaltung von Ratsherr Andreas Auler zum RRX in Angermund.

„Wir sind beim Lärmschutz 40 Jahre lang an der Nase herumgeführt worden,“ ärgert sich Elke Wagner, die Vorsitzende der Bürgerinitiative. Die Bahn wolle die Einhausung erst gar nicht ernsthaft prüfen, ist ihre Überzeugung. Notfalls will sie das erzwingen: „Wir sind juristisch hochgerüstet. Angermund ist das Nadelöhr der Strecke. Ohne uns läuft nichts.“

 

RRX: In Angermund gibt es schon lange Protest

Wie ist der Stand in Angermund ?

Die Rheinische Post berichtet über den zunehmenden Protest in Düsseldorf gegen die RRX Planungen der Deutschen Bahn. Nicht nur in Angermund, sondern auch in den anderen  Stadtteilen regt sich  massvier Widerstand gegen die RRX Planungen, die unsere Stadtteile verschandeln und veröden lassen und in ihrer Schutzwirkung äußerst fragwürdig sind.

Die RP über Angermund:

Wie ist der Stand in Angermund ?

Die Unterlagen für den RRX-Umbau im nördlichen Teil der Stadt sind noch nicht eingereicht, das könnte im Herbst passieren. Eine Bürgerinitiative drängt weiter auf eine Einhausung, also eine überdachte und tiefergelegte Bahnstrecke – obwohl die Bahn dies wegen angeblicher Mehrkosten in Höhe von 450 Millionen Euro ablehnt. Die Initiative geht von deutlich geringeren Kosten aus und vermutet, dass die Bahn ihre Variante mit Schutzwänden durchsetzen möchte, indem sie die Alternative teuer rechnet. Auch CDU-Ratsherr Andreas Auler wirft der Bahn vor, keine ernsthafte Prüfung vorgenommen zu haben. Auler hat gestern zu einer Info-Veranstaltung geladen – und fordert eine aussagekräftigere Planung. „So kann man die Entscheidung nicht treffen.“ (RP 08.07.2016)

RRX: Düsseldorf ist trauriges Schlusslicht. Offener Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel

Heute haben wir uns mit diesem offenen Brief an unseren Oberbürgermeister gewandt.

Zum Hintergrund: Seit mehr als 2 Jahren verwehrt uns unsere eigene Stadt das verbriefte Recht auf umfängliche RRX-Akteneinsicht. Sie ist damit trauriges Schlusslicht aller von uns angefragten Behörden und öffentlichen Stellen.

Wir meinen: Die offenkundige Verzögerungstaktik und Intransparenz fördert Politikverdrossenheit und Misstrauen der Bürgerschaft, sowohl gegenüber der Stadt, als auch gegenüber dem wichtigen Großprojekt RRX.

Auch ist es uns durch dieses Informationsdefizit unmöglich, die Qualität der Umsetzung des einstimmigen RRX-Stadtratsbeschlusses vom März 2017 ansatzweise zu begleiten oder nachzuvollziehen. 

 

Glyphosat als krebserregend eingestuft. Größter Einzelverbraucher in Deutschland ist die Deutsche Bahn.

Jüngst haben kalifornischen Behörden Glyphosat als krebserregend eingestuft.
Was hat das mit uns zu tun, wird sich der ein oder andere fragen?

Antwort: Größter Einzelverbraucher von Glyphosat ist die Bahn.
„Die Bahn verbraucht dafür 75 Tonnen Glyphosat im Jahr, das entspricht 0,4 Prozent der gesamten Menge in Deutschland und macht den
Konzern zum größten Einzelverbraucher. Sie braucht den Wirkstoff in erster Linie um das „Schotterbett“ vor „Verkrautung“ zu schützen. (Quelle: Handelsblatt)

Das Schotterbett in Angermund liegt nur wenige Meter vom Schulweg der Kinder, nur wenige Meter von Wohnbebauung und Gärten entfernt
Angermund ist zudem Grundwasserschutzzone 1.
Der ein oder andere, der in Angermund lebt, mag da ins Grübeln kommen.

Jubiläums-Sommerfest: 20 Jahre Initiative Angermund e.V.

20 Jahre Initiative Angermund e.V.

Impressionen unseres Sommerfestes anläßlich des 20-jährigen Vereinsjubiläums der Initiative Angermund e.V. im historischen Bürgerhaus.

20 Jahre bürgerschaftliches Engagement für das verträgliche Nebeneinander von Wohnen und dicht bepackter Schieneninfrastruktur. 20 Jahre bürgerschaftliches Engagement für die Wahrung des Grundegesetzes u.a. auf körperliche Unversehrtheit.

Danke an alle, die heute dabei waren. Danke an die vielen Helfer, die großzügigen Spenden und die vielen leckeren Kuchen.

 

 

Der Lokalkurier hat sich in Angermund umgehört: Umfrage zum RRX

Frage vom Lokalkurier: „Was halten Sie von der Erweiterung der Bahntrasse für den RRX und dem damit verbundenen Bau von vier Meter hohen Schallschutzwand?“

Antwort: „Die Schallschutzwand ist keine Lösung. Damit wird das Problem nur verlagert…“

Diese Antwort stammt nicht von uns, sondern von einem Angermunder, der vom Lokalkurier befragt wurde (siehe Artikel)

umfrage- lokalkurier-rrx-angermund-angermunder-befragung-rrx-schallschutz-geraeuschkulisse-einhausung-kompromiss
Der Lokalkurier befragt die Angermunder zum RRX und Schallschutz: „Die Einhausung ist ein guter Kompromiss.“

 

 

 

Kommentar: Respektvolle Nachbarschaft sieht anders aus

Unser Kommentar:
Gleich zwei Artikel sind heute zum Thema Lärm rund um Düsseldorfer Bahntrassen in der RP prominent zu finden. Einen über die Pressekonferenz der DB zu Angermund und der zum Abstellbahnhof in Wersten.
Es zeigt sich, dass sehr viele Bürger in Düsseldorf ein Riesen-Problem mit lauten Bahntrassen haben und sie das enorm umtreibt.

Und was sagt der Verursacher, die Deutsche Bahn dazu? Scheinbar überall das gleiche – ob Angermund oder Wersten …:
Guter Lärmschutz: Geht nicht!
Und außerdem: Da war schon immer so!
Ihr Betroffenen wollt Abhilfe: Zu teuer!
Oder noch besser: Es ist doch leise – das ergeben unsere Berechnungen.
Und sollten dann doch zukunftsfähige Lösungen von Bürgern gemacht, werden, werden diese mit fadenscheiningen und einseitigen Argumenten samt Hochglanzfolien vom Tisch gewischt.
Zu guter letzt wird der „Schwarze Peter“ weggeschoben zum „Bund“, „Gesetzgeber“, „Betreiber“ oder sonst wo hin.

Geht man so mit Bürger um? Ist dies respektvolle Nachbarschaft?

Wir meinen NEIN: Es wird Zeit, dass der Deutsche Bahn Konzern wirklich umdenkt und gemeinsam mit den Bürgern und der Politik nach Lösungen in unseren dicht besiedelten Ballungsräumen sucht. Denn, dass es auch anders geht, zeigen unsere Nachbarländer die Niederlande und die Schweiz.
Denn eins wollen wir doch alle: Eine leistungsfähige Schiene, die sich nachhaltig und verträglich in unsere Ballungsräume integriert.

DB will einstimmigen Stadtratsbeschluß offensichtlich nicht umsetzen und greift unabhängiger Prüfung der Einhausung vor.

 

Die Deutsche Bahn hatte heute sehr kurzfristig  eine Pressekonferenz einberaumt, um ihre einseitigen und unabgestimmten Weiterplanungen zum RRX/Schallschutz in Angermund vorzustellen. Wir als wesentliche Akteure des Runden Tischs waren zu dieser Pressekonferenz nicht geladen. Die Initiative Angermund nimmt dazu wie folgt Stellung:

DB will einstimmigen Stadtratsbeschluss nicht umsetzen.
Initiative Angermund e.V. weist Variantenausführungen der DB als unseriös und einseitig zurück.

Mit zweifelhaften und ungenauen Ausführungen hat die Deutsche Bahn heute, Mittwoch 14. Juni 2017, bei einem Pressegespräch die Stadträte der Stadt Düsseldorf im wesentlichen aufgefordert, ihren einstimmigen Beschluss zur Weiterplanung der Einhausungsvariante für Düsseldorf-Angermund aufzugeben.

Die Initiative Angermund e.V. lehnt diese Vorgehensweise als äußerst kontraproduktiv ab und fragt sich: Warum hat der Runde Tisch mehr als ein Jahr getagt, wenn die DB unbeirrt an ihren interessensgesteuerten Vorfestlegungen festhält? Warum nun die Einflussnahme auf die politischen Vertreter der Stadt, entgegen des einstimmigen Votums aller Fraktionen zur unabhängigen Weiterplanung der Einhausung?

Die Lehren aus Stuttgart 21 sind doch eindeutig – ohne die Unterstützung der betroffenen Bürger lässt sich auch das RRX-Mammutprojekt, das in Düsseldorf massiv in private und öffentliche Belange eingreift, nicht umsetzen“, kommentiert Elke Wagner, Vereinsvorsitzende der Bürgerinitiative die jüngsten Ausführungen der Deutschen Bahn.

Auch der heute von der DB erneut vorgenommene Vergleich der beiden Schallschutzvarianten, die in ihren Planungstiefen bislang noch sehr weit auseinanderliegen (Einhausung Initiative: HOAI 1 – 2 vs. Schallschutzlösung der DB: HAOI: 4.0) hält die Bürgerinitiative für unseriös. Seit 2006 plant die DB am RRX, Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe hat sie dafür verwendet. Wenn sie nun ihre detaillierte Ausbauplanung mit der Machbarkeitsstudie der Einhausung vergleicht, ist dies schlichtweg irreführend.

Der Gleisausbau und der RRX wird Angermund über Generationen verändern. Die Initiative Angermund fordert deshalb, dass ergebnisoffen und mit neutralen Gutachtern Alternativen geplant und diese umfassend abgewogen werden, bevor das Planfeststellungsverfahren eröffnet wird. „Rein betriebswirtschaftliche Betrachtungen aus Sicht des Vorhabensträgers können bei dem folgenschweren RRX-Projekt nicht das Maß aller Dinge sein“, ist Frau Wagner sicher.
In diesem Zuge hat der Bürgerverein, der seit mehr als 20 Jahren für Lärmschutz an der dicht befahrenen und ungeschützten Trasse kämpft, der Deutschen Bahn mehrfach die Hand zur Zusammenarbeit gereicht.

Eine Auseinandersetzung mit den betroffenen Angermundern im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens und mögliche Klagen werden den RRX womöglich über Jahren hinauszögern und die Gesamtkosten deutlich in die Höhe schnellen lassen. Die Initiative Angermund arbeitet seit Jahren sehr eng mit dem renommierten Verwaltungsrechtler RA Dr. Clemens Antweiler (Kanzlei RWP) zusammen und sieht sich für ein solches Verfahren bestens gerüstet.

Initiative Angermund fordert „Stiftung Warentest“ für RRX-Planungen

Düsseldorf-Angermund, 12. Juni 2017

Am, Montag den 12. Juni 2017, startet die Offenlage für den RRX-Planfeststellungsabschnitt 2.1 (Düsseldorf-Reisholz bis Düsseldorf-Wehrhahn). Die Planungen der Deutschen Bahn (DB) zu NRWs größtem Infrastrukturprojekt können von Bürgern vier Wochen eingesehen und bis zum 25. Juli Einwendungen eingebracht werden (Link: http://evit-net.de/RRX PfA 2-1/index.php ).

Die Initiative Angermund e.V. ruft deshalb alle betroffenen Düsseldorfer auf, diese letzte Chance zu nutzen, um Einfluss auf die RRX-Planungen in ihren Stadtteilen zu nehmen.

Seit 2006, also seit 11 Jahren, arbeitet die DB als Vorhabensträger am RRX-Projekt, für dessen Planung Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe[1] eingesetzt wurden. Der RRX und der Trassenausbau werden das Stadtbild in Düsseldorf nachhaltig verändern und alle Menschen, die in Gleisnähe leben, über Generationen betreffen.

„Es geht um eure Stadtteile – deshalb schaut genau hin, was konkret geplant wird und bringt euch ein“, appelliert Elke Wagner, Vorsitzende der Bürgerinitiative, an alle betroffenen Düsseldorfer.

Nachdenklich merkt sie an, dass dies für Bürger alles andere als einfach sei. Den Grund will die Initiative u.a. in der Ausrichtung und Qualität der RRX-Bürgerinformationsveranstaltungen ausgemacht haben. Diese werden im Vorfeld zur Offenlage im Wesentlichen vom Antragsteller und Vorhabensträger (DB Netz AG) abgehalten, der wiederum das Projekt aus seiner Sicht so schnell und unkompliziert wie möglich aufs Gleis bringen möchte.

Dieses Interesse ist nachvollziehbar, einer umfänglichen und objektiven Bürgerinformation im Vorfeld zur Öffentlichkeitsbeteiligung im Planfeststellungsverfahren aber abträglich, kommentiert Frau Wagner.

Wie der RRX-Informationsfluss zu den betroffenen Bürgern neutraler und transparenter gestaltet werden kann, zeigt sich am Beispiel des Düsseldorfer Flughafens. Dieser stellte den Bürgerinitiativen im Verfahren zur Kapazitätserweiterung 100.000 EU für die Beauftragung eigener Gutachten zur Verfügung. Ein solch ausgewogenes Prozedere fehlt bislang beim Mammut-Projekt RRX.

„Wir brauchen dringend eine Art Stiftung Warentest, die die Angaben und Ausführungen der RRX-Planer im Sinne der Betroffenen ergänzt, hinterfragt und prüft“, fordert Frau Wagner. Dies könnten Bürger bei einem solch komplexen Verfahren ohne fachlichen Beistand und Budgets allein nicht leisten.

Frau Wagner ist sicher, dass eine unabhängige Instanz, die betroffenen Menschen deutlich besser in die Lage versetzten würde, sich mit Stellungnahmen und Einwendungen bei diesem folgenreichen Großprojekt einzubringen. Ungleichgewichte bei den Kenntnisständen könnten minimiert und so die Qualität der Öffentlichkeitsbeteiligung deutlich optimiert werden.

[1] Vgl. ua. „Planungsstand und Haushaltsmittel des RRX, http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/003/1700357.pdf und/oder Prüfung durch den Bundesrechnungshof: https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/pruefungsmitteilungen/langfassungen/2010/2010-pm-verwaltungshandeln-des-bundesministeriums-fuer-verkehr-bau-und-stadtentwicklung-im-zusammenhang-mit-der-realisierung-des-rhein-ruhr-express