Archiv der Kategorie: Allgemein

Initiative-Angermund: Seit 20 Jahren aktiv für die Lebens- und Liebenswürdigkeit von Düsseldorf- Angermund

Die Initiative Angermund e.V. – das sind engagierte Bürger aus dem nördlichsten Stadtteil Düsseldorfs, die sich seit 20 Jahren für die Lebens- und Liebenswürdigkeit von Angermund einsetzen. Zur wichtigsten Aufgabe des Vereins zählt der Kampf gegen krankmachende Emissionen durch die viergleisige, ungeschützte und transeuropäische TEN-Trasse, die als einer der dichtest befahrenen Europas gilt.

Vom Güterzug, Gefahrguttransporten, Hochgeschwindigkeitsverkehren im Fernverkehr, Regionalexpress-Zügen über Thalys und S-Bahnen – rund 680 Züge fahren täglich mitten durch den Stadtteil. Und das, unmittelbar und ungeschützt, an Menschen, Häusern, Spielplätzen, Kitas, der Grundschule und Naturschutzgebieten wie der „Überanger Mark“ vorbei. 830 Züge täglich sollen es mindestens bis 2025 werden. Denn mit dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) wird die Trasse weiter ertüchtigt und sogar zur Sechsgleisigkeit ausgebaut und dann auch sämtliche sieben RRX-Linien mitten durch Angermund verkehren.

Die Verkehrwende mit dem RRX kann dann zügig gelingen, wenn die Betroffenen vor Emissionen nachhaltig geschützt werden und das über 800 Jahre alte Angermund nicht für Pendlerströme geopfert wird.

Die Initiative Angermund e.V. unterstützt eine Verlagerung von Verkehren auf die Schiene und den RRX, fordert aber wirkungsvolle und nachhaltige Lärmvorsorge in Form einer Einhausungslösung, die den Lärm und die Erschütterungen aller sechs Gleise einpackt und eine städtebauliche Entwicklung des Stadtteils wieder möglich macht. Die Machbarkeit dieser Schallschutzlösung wurde im Rahmen eines Runden Tisch von der DB Netz AG bestätigt.

Die Initiative Angermund e.V. ist Mitglied im Naturschutzbund Deutschland, in der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine (AGD) sowie in der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm (BVS). Juristisch wird sie durch den Verwaltungsrechtler Dr. Clemens Antweiler von der Kanzlei RWP vertreten.

NRW Landtagswahl

2 Kandidaten für den Düsseldorfer Norden , die sich auch für sehr guten Lärmschutz in Angermund stark machen, wurden am 15. Mai 2002 gewählt und ziehen in den neuen Landtag

Gleich zwei Kandidaten für den Düsseldorfer Norden werden in den neuen Landtag ziehen. Wir gratulieren Mona Neubauer (Die Grünen) und Olaf Lehne (CDU) zu ihrem Erfolg.
Gerne posten wir hier Auszüge aus Interviews der beiden im Nordboten vom 29. April 2022 zum Thema Lärmschutz und RRX für Angermund.

Dazu Frau Neubauer:

Herr Lehne äußert sich zur Frage wie folgt:

Was uns besonders freut: Beide haben die Belange der betroffenen Angermunderinnen und Angermunder auf dem Radarschirm und wollen sehr guten Lärmschutz für den Stadtteil. Frau Neubauer bringt übrigens auch eine uralte Forderung unseres Vereins ins Spiel, nämlich: Geschwindigkeitsbegrenzungen bei der Durchfahrt durch Angermund, was wir sehr begrüßen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Züge mit sehr lauten 200km/h bzw. 160 km/h durch die Angermunder Wohngebiete preschen müssen und uns durch den Krach Schlaf und Lebensqualität rauben.

Es wird noch Jahre dauern, bis die Bahn in Angermund bauen kann. Diese Zeit muss jetzt genutzt werden.

Quelle: https://www.rheinruhrexpress.de/fragen-und-antworten-duisburg-pfa-3-2a.html

Da die Deutsche Bahn nach eigenem Bekunden noch Jahre brauchen wird, bis in Angermund ausgebaut wird (Stichwort u.a. : Wedauer Kurve) heißt es jetzt: Ran an das Thema und den Bahnlärm in Angermund endlich einpacken.

Interviews, Quelle: Der Nordbote, 29. April 2022
MN: Antwort von Mona Nebauer
OL: Antwort von Olaf Lehne

Mitgliederversammlung

Wolfgang Eggerath einstimmig im Amt bestätigt

Am 28. April 2022 hat die Initiative Angermund e.V. ihre Mitgliederversammlung durchgeführt.

Turnusgemäß stand eine Vorstandswahl auf der Tagesordnung: Wolfgang Eggerath wurde als stellvertretender Vorsitzender des Vereins einstimmig wiedergewählt.

Die Vorsitzende des Vereins, Elke Wagner, berichtete den Mitgliedern vom laufenden Planfeststellungsverfahren der Deutschen Bahn zum sechsgleisigen Ausbau der Bahntrasse mitten in Angermund. Der Verein hatte im vergangenen Jahr die Menschen in Angermund umfassend über dieses recht komplizierte Verfahren informiert und erläutert, wie jeder seine Rechte wahren kann.

Planfeststellungsverfahren: Wie geht es weiter?

Die Vereinsvorsitzende wies auf den enormen Zuspruch und Inanspruchnahhme der Leistungen des Vereins von Seiten der Angermunder Bürgerschaft hin. Mehr als 2400 Einwendungen mit der Forderung nach einem Lärmschutzdeckel für die Rosenstadt sind Ende 2021 bei der Initiative Angermund eingegangen und an das Eisenbahnbundesamt übergeben worden. 

Frau Wagner ergänzte, dass zahlreiche Angermunder, die Grundstücke und Gärten für die Bahn abgeben sollen, sich mit umfänglichen Einwendungen gegen die unzureichenden Planungen samt der monströsen Lämrschutzwänden gewehrt haben und ihr Eigentum nicht freiwillig abtreten werden. Einer Umplanung und Einhausung der sechs Gleise stehen sie positiv gegenüber.

Der Verein wurde im Planfeststellungsverahren dabei maßgeblich erfahrenen Verwaltungsrechtlern unterstützt, die eine umfängliche und rechtswahrende Einwendung für den Verein und damit für die Angermunder Bürgerinnen und Bürger erstellt haben. In diesem Zusammenhang bat die Vorsitzende um Spenden, um externe Kosten bezahlen zu können.

Stadt Düsseldorf fordert ebenfalls eine Einhausung der Gleise


Frau Wagner berichtete ferner, dass auch die Stadt Düsseldorf von der Bahn eine Einhausung der sechs Gleise und die verträgliche Umsetzung des Schinenausbaus in Angermund fordert. Auf die Frage, wie es nun mit den Planungen weiter gehe, erläuterte sie, dass alle Einwendungen geprüft und bewertet würden und die Deutsche Bahn Stellung nehmen muss. Laut jüngsten Aussagen von der Bahn könne diese das Projekt RRX wohl nicht vor 2034 fertigstellen. Es blieben also 12 Jahre Zeit eine Einhausung umzusetzen, kommentierte Frau Wagner.

Zudem erläuterte Sie den Mitgliedern anhand von Archivrecherchen auch, wie sich die Deutsche Bahn spätestens seit den 1970’er Jahren systematisch und rücksichtslos vor dem dringend benötigten Lärmschutz in Angermund drückt und gleichzeitig die Zugzahlen und den Bahnlärm in der Rosenstadt kontinuierlich steigert.

Lärm durch Bahn immer unerträglicher: Lokführer hupen grundlos

Ein besonderes Übel sind für die Mitglieder die lauten Güterzüge in der Nacht sowie der pausenlose Schienenfernverkehr, der ungebremst mit sehr lauten 200 km/h mitten durch den Stadtteil rast.

Seit geraumer Zeit belastet das Hupen von diversen Lokführern viele Angermunder noch zusätzlich. Mitglieder berichteten, dass sie von der lauten Signalgebung nachts sogar aus dem Schlaf gerissen würden.

Warum die Huperei derart zugenommen hat, ist den Mitgliedern nicht verständlich, da es bekanntlich seit Jahrzehnten keine unbeschrankten Bahnübergänge mehr in Angermund gibt. Mitglieder erwägen Anzeige zu erstatten.

Der Vorstand schloss die Versammlung mit dem Hinweis, dass weiterhin engmaschig über den Verlauf des Verfahrens informiert wird und dankte den Mitgliedern für ihre Teilnahme.

Düsseldorfer Stadtrat fordert Neuplanung

Die Initiative Angermund e.V. begrüßt den Mehrheitsbeschluss vom 08. April 2022 im Düsseldorfer Stadtrat, die bisherigen Bahnplanungen für den Abschnitt RRX-PFA 3.1 abzulehnen und von Bahn und Eisenbahnbundesamt eine Umplanung unter Berücksichtigung einer Einhausung für Düsseldorf-Angermund zu fordern.  

Ratssitzung vom 08.04.2022 mit Abstimmung zur Einwendung der Stadt im Abschnitt RRX PFA 3.1

Dazu Elke Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund e.V.: 

Der Stadtrat hat zum Wohle der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger im hoch belasteten Angermund entschieden und sendet mit diesem Beschluss in Sachen Zukunftsfähigkeit, städtebauliche Verträglichkeit und Umweltschutz eine unmissverständliche Aufforderung zur Umplanung an die Bahn. Der pausenlose Dauerkrach mitten in Angermund durch die dicht befahrene Bahntrasse gehört eingepackt. Wir erwarten von Bund und Bahn, dass sie die enormen Bedenken der Bürgerschaft und jetzt auch von der Landeshauptstadt, als Chance begreifen, das RRX Projekt gemeinsam mit Stadt und Betoffenen nachhaltig umzusetzen und damit das RRX-Verfahren abzukürzen.“ 

Elke Wagner (Vereinsvorsitzende)

Neues Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen

Am 10. März 2022 haben sich mehr als 20 Bahn Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland zum sog. ABBD zusammengeschlossen – darunter ist auch unsere Initiative Angermund e.V..

Sämtliche Initiativen im Aktionsbündnis fordern von Politik, Wirtschaft und Verkehrsindustrie die Priorisierung vier elementarer Maßstäbe: 

  • vernünftige Verkehrspolitik
  • sinnvolle Bahnentwicklung 
  • echte Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe
  • nachhaltigen Schutz von Mensch, Natur und Klima.

„Wir Bürgerinitiativen sind deutschlandweit vernetzt. Wir kennen uns. Wir kämpfen alle mit vergleichbaren Problemen“, beschreibt Christoph Ohliger, Sprecher des Aktionsbündnisses den Hintergrund des Zusammenschlusses. „Wir werden zukünftig gemeinsam unsere Positionen zu Themen wie insbesondere Lärmschutz, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, CO2-Fußabdruck und Bürgernähe in Relation zu Ausbauzielen mit Nachdruck bei Entscheidern der Politik und der Deutschen Bahn vertreten.“ 

Es werden regelmäßige Treffen der Bürgerinitiativen stattfinden. Zum Erfahrungsaustausch und der Information über aktuelle Entwicklungen bei den unterschiedlichen Bauvorhaben. Aber auch um die gemeinsame Strategie im Sinne der Interessenvertretung abzustimmen sowie zur Planung und Umsetzung gemeinsamer Aktionen überall in Deutschland. „Initiativen mit vergleichbaren Zielen sind herzlich willkommen, sich uns anzuschließen und in unserer Gemeinschaft aktiv zu werden“, so Ohliger. Folgende Initiative sind Gründungsinitiativen des Aktionsbündnisses:

  • Allianz gegen FFBQ mit 12 Einzelinitiativen 
  • Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung e.V.
  • Bahn für Alle 
  • BI BIGTAB – BI gegen trassenfernen Ausbau in Schaumburg-Minden-Porta Westfalica
  • BI Brennerdialog
  • BI Brennerzulauf Nord Rosenheim-Schechen 
  • BI Nordzulauf Kolbermoor.
  • BI Pro Aurachtalbahn 
  • BI Pro-Ausbau
  • BISS – Bürgerinitiative Stille Schiene Hochenheim e.V.
  • Bürgerforum Inntal e.V. mit 3 Ortsvereinen
  • Bürgerini Bahn-HH-HL 
  • Bürgerinitiative für Bahntunnel von Zamdorf bis Johanneskirchen e.V.
  • Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V.
  • Bürgerinitiative MegaLeise e.V.
  • Bürgerinitiative Schwabentrasse e.V.
  • Bürgernetzwerk Pro Rheintal e.V. 
  • IG BOHR mit 7 Einzelinitiativen
  • Initiative Angermund e.V.  
  • Initiative Elbtram jetzt
  • Initiative WiduLand e.V.
  • Initiative Wriezener Bahn e.V.
  • Spezialist für den Deutschland-Takt
  • Prellbock-Altona e.V.
  • Pro-Lebensraum Eimke-Wriedel e.V. 

Bericht zum Angermunder Gleisausbau

„Der Behördenspiegel“ berichtet über mangelnden Interessensausgleich und die vielen Unzulänglichkeiten bei diesem Projekt

Die Monatszeitung „Der Behördenspiegel“ berichtet in seiner Ausgabe vom März 2022 ausführlich über den geplanten sechsgleisigen Ausbau der Bahntrasse in Düsseldorf, die mitten durch unsere Wohngebiete führt und mit 200 km/h befahren wird.

Auch die lange Historie dieses Infrastrukturausbaus, der bereits in den 1970’er Jahre fertig geplant war, dann aber von Bahn und Bund wieder in die Schublade gelegt wurde, werden beleuchtet. Bereits damals gab es sehr viele Einwendungen aus der Angermunder Bevölkerung zum Bahnlärm und mangelnden Lärmschutz. Ganz offensichtlich wollten Bund und Bahn sich damals den Lärmschutz für Angermund sparen und legten das Projekt wieder in die Schublade.

Damit wurde der bereits damals dringend benötigte Gleisausbau für die Schienenverkehre auf dieser Magistralen verschleppt. Die Probleme, die daraus resultieren, sind hinlänglich bekannt.

Jetzt wurde das Projekt wieder aus der Schublade gezogen und mit dem Etikett „RRX“ versehen. Wir finden: Neuer Wein in 50 Jahren alten Schläuchen machen die Planung auch nicht besser.

Bezirksvertretung 5 lehnt Bahnplanungen für Angermund ab

Die Rheinische Post berichtet heute über die letzte Sitzung der Bezirksvertretung 5 (BV 5): Dort wurde u.a. über die Einwendungen der Stadt Düsseldorf zu den Bahnplanungen zum 6-gleisigen Trassenausbau mitten durch Angermund beraten.

Die Stadtverwaltung hat im Rahmen dieser Sitzung ihre Einwendungen in der BV 5 vorgestellt. Mit überwältigender Mehrheit wurden diese angenommen. Die Stadt fordert u.a. eine Neuplanung samt Einhausung und die stärkere Berücksichtigung städtebaulicher, ökologischer und menschlicher Aspekte.

Einwendung der Landeshauptstadt Düsseldorf

Der aktuelle Lokalkurier berichtet ausführlich über die Forderung der Landeshauptstadt an die Bahn eine Neuplanung für den Abschnitt Angermund samt einer Einhausung auf den Weg zu bringen. Wir meinen: Es ist nur konsequent und absolut richtig, dass die Landeshauptstadt Düsseldorf bei diesem Mammutprojekt genau hinschaut und sich für seine betroffenen Bürgerinnen und Bürger stark macht. Unser Dank gilt unserem Oberbürgermeister, Dr. Stephan Keller, der Stadtverwaltung und viele Aktiven in der kommunalen Politik, die sich hier einsetzen.

Tausende Einwendungen eingereicht

Am 17. Dezember 2021 endet die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Planfeststellungsverfahren PFA 3.1 im Düsseldorfer Stadtteil Angermund.
Die Initiative Angermund e.V. hat am 14.12.2021 tausende Einwendungen beim Amt für Verkehrsmanagement eingereicht hat. Weitere folgen noch bis zum Fristende.

Diese Beteiligung ist ein ganz starkes Signal an die Deutsche Bahn, an das Eisenbahnbundesamt und den neuen Verkehrsminister. Die Menschen fordern die Einhausung: Besseren Lärmschutz, eine städtebaulich verträgliche und Generationen-gerechte Umsetzung des Gleisausbaus.


Übergabe der Einwendungen beim Amt für Verkehrsmanagement in Düsseldorf

Ratsbeschluss pro Einhausung

Die Rheinische Post berichtet wie folgt über den Standpunkt der Initiative Angermund e.V. und den Stadtratsbeschluss (RP, 20.11.2021). Die Machbarkeit einer Einhausung wurde von der Deutschen Bahn im Rahmen eines „Runden Tisches“ selbst bestätigt und ist sehr wohl möglich.

Düsseldorfer Stadtrat stimmt mit JA

Der Düsseldorfer Stadtrat, stimmte am 18.11.2021 mehrheitlich für die Beschlussvorlage der Verwaltung. Darin fordert die Stadt Düsseldorf u.a. „eine Trassenneuplanung unter stärkerer Gewichtung städtebaulicher, ökologischer und menschlicher Maßstäbe. Zerschneidungswirkung und städtebauliche Aspekte müssen in dicht an die Gleistrasse angebauten Wohnsiedlungsgebieten anders gewürdigt werden, damit auch Einhausungen oder Tunnellösungen möglich werden, und zwar konkret auch für Angermund…“

Wir danken alle Ratsmitgliedern, die für diese Vorlage gestimmt haben.

Da Eisenbahninfrastrukturen sehr langlebige Wirtschaftsgüter sind und die sechs Gleise in Angermund sicherlich 50, wenn nicht sogar 100 Jahre und mehr genutzt werden, ist eine nachhaltigere Planung als bisher auch aus Verantwortung für kommende Generationen zwingend erforderlich. Angermund gilt heute schon als eine der dichtest befahrenen Bahntrassen in Europa. Die Gleise grenzen direkt an die Wohngebiete und bei uns rasen die Züge innerorts zumeist mit lauten 200 km/h durch.

Wir sind sicher, dass sich beides vereinen läßt, indem man die Trasse in die Erde legt: Dicht getaktete Gleise in Angermund auf denen zukünftig noch mehr RRX und Fernverkehrszüge fahren bzw. Güter transportiert werden und eine gesundes und städtebaulich-verträgliches Umfeld, dass Entwicklungsmöglichkeiten für den Stadtteil eröffnet.

Angermunder sammeln Einwendungen

Die Lokalzeit Düsseldorf berichtet am 26.10.2021 über unseren Informationsabend zum RRX und Gleisausbau in Düsseldorf Angermund. Das Bürgerhaus in Angermund war brechend voll.

Denn die Frage, welche Folgen die sechs dicht befahrenen Bahngleise zukünftig für Angermund haben werden, treibt sehr viele Angermunder um.

Wir haben die Planungen der Bahn und Bahngutachter gelesen. Diese haben wir den Angermundern konkret vorgestellt. Wir laden jeden, der sich über das Projekt in Angermund eine Meinung bilden will ein, dies auch zu tun.

Leider müssen wir folgendes Fazit ziehen: Die bisherigen Bahnplanungen sind für Angermund eine Katastrophe. Sie sind nicht nachhaltig und für Angermund städtebaulich eine gigantische Bausünde mit Ansage. Gerade vor dem Hintergrund, dass die 6 Gleise mitten in unseren Wohngebieten liegen und heute schon quasi pausenlos Züge mit 200km/h und demnächst wohl mit 230 km/h durchbrettern werden, ist diese Planung unhaltbar.

6 Gleise in Angermund: „Mit uns so nicht zu machen.“

Pressemitteilung

Am 18. Oktober 2021 legte die Deutsche Bahn ihre extrem umstrittenen Planungen für den sechsgleisigen Ausbau der Bahntrasse in Düsseldorf-Angermund offen. Zu diesen Planungen nimmt die Initiative Angermund e.V. nach einer ersten Vorprüfung wie folgt Stellung:

  • Die Planungen der Bahn sind in Sachen Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit völlig aus der Zeit gefallen und blenden die enormen Betroffenheiten, die die sechs Gleise zukünftig in Düsseldorf-Angermund für Mensch und Umwelt verursachen, systematisch aus.
  • Die Absurdität der Bahnplanungen für Angermund wird deutlich, wenn man sich die hier geplanten sechs Gleise samt der Zuggeschwindigkeiten von 200 km/h als 6-spurige Autobahn vorstellt. Kein Mensch würde ein oberirdisches und 35 Meter breites Verkehrsmonstrum mitten in gewachsenen Wohngebieten genehmigen.
  • Zentrale Stellgröße bei Schienen-Infrastrukturvorhaben ist die zugrunde gelegte Verkehrs- und Zugprognose. Auf Basis der getroffenen Annahmen wird u.a. der Lärmschutz, der Erschütterungsschutz und die städtebauliche Umsetzung dimensioniert. Für Angermund ist ein viel zu kurzer Prognosehorizont nur bis 2030 gewählt worden. Die Folgen u.a.: Die Prognose liegt offenkundig vor der Fertigstellung und ist von daher widersinnig. Denn: Bekanntermaßen muss ablaufbedingt erst die sog. „Wedauer Kurve“ in Duisburg fertiggestellt sein, bevor in Angermund maßgeblich gebaut werden kann. Die Wedauer Kurve befindet noch in der Planungsphase. Umweltauswirkungen durch die Verkehrswende (Deutschlandtakt, Europatakt, Verdopplung des Schienenfernverkehrs, Ausbau des Schienengüterverkehrs etc.) bleiben in dieser Prognose unberücksichtigt und werden damit künftigen Generationen aufgebürdet. Die Initiative Angermund fordert vom Bund und der Bahn ein Prognose-Szenario bis mindestens bis 2050. Dies wird den Auswirkungen des Projekts gerecht und so praktizieren es Bund und Bahn beispielsweise beim sog. Brennerzulauf im Raum Rosenheim.
  • Die Umweltauswirkungen der Bahnplanungen für Angermund sind immens: Wohl mehr als 10Hektar Fläche sollen zusätzlich in Anspruch genommen und größtenteils auch dauerhaft versiegelt werden – darunter viele Grünflächen mit wichtiger Biotop-Funktion. Die Initiative fordert die Bahn auch deshalb auf, die Planungen des Lärmschutzdeckels einzureichen, denn dieser kann begrünt und renaturalisiert werden.
  • Die Schallschutzplanungen sind völlig unzureichend und abzulehnen, denn sie sind mit mehr als 6 Meter hohen und oberirdischen Lärmschutzwänden städtebaulich eine Bausünde mit historischem Ausmaß für den Düsseldorfer Stadtteil.

Frau Wagner, Vorstandsvorsitzende der Initiative Angermund und Mutter zweier Kinder zieht ein erstes Fazit:

„Wir sind zutiefst erschrocken wie rücksichtslos der sechsgleisige Trassenausbau in Düsseldorf-Angermund in Sachen Umweltschutz, Immissionsschutz und Nachhaltigkeit umgesetzt werden soll. Die Bahnplanungen für Angermund werden dem Anspruch unseres Landes, Lebensgrundlagen sowie künftige Generationen deutlich mehr zu schützen, nicht mehr gerecht. Deshalb werden diese Planungen mit uns so nicht zu machen sein!“

Die Bahnunterlagen für Angermund werden ab 18.10.2021, unter diesem Link abrufbar sein: http://www.eba.bund.de/anhoerung

Die Initiative Angermund e.V. lädt Betroffene zu Bürgerinformationsveranstaltungen am 25. Oktober 2021 ein. Dort wird die sog. Offenlage der Unterlagen sowie Hinweise zum Verfahren und Einwendungen erklärt.

Bahn kündigt Offenlage an und düpiert Angermunder erneut beim RRX

Offenlage der Bahnplanungen für Angermund startet am 18.10.2021, Einwendungen bis 17.12.2021 möglich

Die Deutsche Bahn wird, wie von ihr in einer Pressekonferenz am 1. Oktober 2021 angekündigt, die sog. Offenlage und damit die Öffentlichkeitsbeteiligung für das RRX-Planfeststellungsverfahren in Düsseldorf-Angermund (RRX-Planfeststellungsabschnitt 3.1) am 18. Oktober 2021 starten. Eiwendungen müssen spätestens bis zum 17. Dezember 2021 schriftlich erfolgen.

Dazu Elke Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund e.V.:

„Es ist schon ein starkes Stück, wie die Bahn mit den Menschen in Angermund umgeht. Seit Jahrzehnten setzt sie uns vor vollendete Tatsachen. Sie hält die Angermunder hin, redet mutige und moderne Ideen der Bürgerschaft zum Lärmschutz tot und kommuniziert in Sachen RRX alles andere als aufrichtig.So auch jetzt wieder: Obwohl die Bahn für den Gleisausbau in Angermund mehr als 150 Eingriffe in privaten Grund und Boden vornehmen und viele Menschen enteignen will, kündigt sie den Termin für die Öffentlichkeitsbeteiligung erst der Presse an – die unmittelbar Betroffenen haben sich offensichtlich hinten anzustellen. So will der Großkonzern in der Öffentlichkeit offensichtlich Fakten schaffen und frühe Meinungsbildung betreiben. Dieses Verhalten der Bahn ist unanständig und gießt bei dem so wichtigen RRX-Projekt weiter reichlich Öl ins Feuer.“

Planungen der Bahn für Angermund nicht menschen- und umweltverträglich und aus der Zeit gefallen

Die Initiative Angermund kritisiert sowohl das Vorpreschen der Bahn, als auch die eingereichten Planungen für den sechsgleisigen Trassenausbau scharf. 

Für den stark wachsenden Stadtteil Angermund mit vielen jungen Familien muss eine nachhaltige sowie umwelt- und menschenverträgliche Lösung für den sechsgleisigen Ausbau gefunden werden, so die Forderung der Bürgerinitiative. Die Planungen der Bahn, kilometerlang Lärmschutzwände mit mehr als 6 Metern Höhe (ab Geländeoberkante), mitten durch Wohngebiete hochzuziehen, seien nicht nur in Sachen Schallschutz alles andere als nachhaltig, sondern auch städtebaulich eine unwiderrufliche Bausünde mit Ansage, die dem Stadtteil und den Menschen über Generationen hinweg massiv schaden.

Auch die klimafreundliche Nutzung von Geothermie in der Einhausung sowie Photovoltaik auf dem Lärmschutzdeckel zur umweltfreundlichen Energieerzeugung seien denkbar und im Sinne des Klimaschutzes sehr erstrebenswert, regt die Initiative an.

Moderne Standards endlich auch für hoch belastete Trassenabschnitte in NRW wie in Angermund.

Diverse Beispiele aus Süddeutschland zeigen, dass es geht. Noch jüngst entschieden sich Bund und Bahn für eine sinnvolle Bahntunnellösung rund ums bayrische Rosenheim, um Menschen und Natur zu schützen. Ihr Argument dort: Lange Tunnelstrecken schützen Umwelt in Bayern und Tirol. Deshalb ist es für die Initiative Angermund längst überfällig, diese modernen Standards endlich auch im dicht besiedelten NRW bzw. in Düsseldorf umzusetzen, weil die Landeshauptstadt außerordentlich von Bahnlärm betroffen ist.

Dazu Elke Wagner:

„Die RRX Planungen der Bahn für Düsseldorf-Angermund sind völlig aus der Zeit gefallen. Sie berücksichtigen überhaupt nicht unabdingbare Faktoren wie Nachhaltigkeit, Schaffung gesunder Lebensumfelder bzw. zukunftsfähiger Quartiere sowie modernen Städtebau. Deshalb werden wir uns mit allen Mitteln gegen diese Planungen der Bahn wehren. 

Frau Wagner wagt zudem einen Blick in die Zukunft: „In etwa 10 Jahren erwartet uns durch den Gleisausbau in Angermund eine viele Jahre andauernde Mega-Baustelle, bei der sämtliche Brücken abgerissen, wichtige Straßen gesperrt und Wegeverbindung gekappt werden. Von der Bahn werden uns dann noch mehr Krach und Erschütterungen als schon üblich zugemutet. Und für was? Um anschließend vor bzw. an monströsen Wänden zu leben, die dann wohl in kürzester Zeit verschmiert sind, den nördlichsten Stadtteil Düsseldorfs für immer zerschneiden und dabei den Bahnlärm größtenteils nur umverteilen. Da müssten wir schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein, diesen Irrsinn nicht  mit konstruktiven Alternativen zu bekämpfen.“

Die Initiative Angermund e.V. ruft alle Angermunder und Freunde der Rosenstadt, aber auch Düsseldorfer, Duisburger und Ratinger auf, die Offenlage ab 18. Oktober 2021 zu nutzen und Einwendungen gegen die schlechten Bahnplanungen vorzubringen. Die Einwendungen müssen schriftlich erfolgen und bis Dezember beim Eisenbahnbundesamt vorliegen. Nähere Infos gibt es bei der Initiative Angermund e.V. unter: www.initiative.angermund.de und per Email an: info@initiative-angermund.de

Einwendungen schreiben, aber wie? Initiative gibt Ratschläge

Die Initiative Angermund e.V. bietet allen, die Einwendungen vorbringen wollen, Hilfe an. Sie hat eigens dazu, einen Infoverteiler per E-Mail aufgesetzt. Interessierte können sich auf den Verteiler setzen lassen. Einfach E-Mail schreiben an: info@initiaitive-angermund.de

Mitgliederversammlung

Am 22. August 2021 hat die Initiative Angermund e.V. ihre ordentliche Mitgliederversammlung im Angermunder Bürgerhaus durchgeführt. Corona-bedingt konnte diese erst jetzt stattfinden. Neben dem Geschäftsbericht für das Jahr 2020 standen auch Vorstandswahlen an. 

Einstimmig wurde Elke Wagner im Amt als Vereinsvorsitzende bestätigt. Als Schriftführerin wurde Barbara Felsch ebenfalls einstimmig gewählt. Verstärkt wird der Vorstand ab sofort außerdem von Herbert Jünger, der die Aktiven des Vereins als Beisitzer unterstützen wird.

Der Vorstand der Initiative Angermund e.V.

Frau Wagner dankte den Mitgliedern für ihr besonderes Engagement und betonte im Ausblick für die kommenden Monate, dass sich der Vorstand weiterhin mit voller Tatkraft für eine verträgliche Integration der sechsgleisige Schienenmagistrale einsetzen wird. 
Dabei wird der Verein weiterhin externe Experten im Bereich Umwelt-/Immissionsschutz und sowie im Planungsrecht hinzuziehen. Die Verlärmung von Angermund und der angrenzenden Naturschutzgebiete müsse nach vielen Jahrzehnten endlich gestoppt und städtebaulich verträgliche Lösungen für die äußerst dicht und schnell befahrenen Gleise gefunden werden. Die konstruktive Arbeit des Vereins würde konsequent im Dialog mit den Entscheidern fortgesetzt. 

Pressemitteilung

Mehr als 300 Einwendungen – Initiative fordert mehr Nachhaltigkeit und Synergienutzung beim RRX

Düsseldorf-Angermund, 1. Juni 2021

Am 1. Juni 2021, endet die formale Bürgerbeteiligung zu den RRX-Planungen der Deutschen Bahn für den Düsseldorfer Norden, die über Düsseldorf-Kalkum bis nach Angermund Süd reichen (RRX Planfeststellungsabschnitt 3.0a).

Mehr als 300 Einwendungen von Bürgerinnen und Bürger hat die Initiative Angermund in das Verfahren eingebracht. Die Menschen haben ihren Unmut und Protest gegen die unzureichenden Pläne der Bahn im Düsseldorfer Norden abermals sehr deutlich Luft gemacht und fordern endlich ein Umdenken bei diesem Milliardenprojekt hin zur mehr Nachhaltigkeit.

Ihr Fazit: Die Planungen der Bahn blenden die Belange und Betroffenheiten von Mensch und Umwelt sowie die ureigene Charakteristik der Stadtteile und die Bedeutung der wertvollen Grünzuge im Düsseldorfer Norden immer noch weitestgehend aus.

Ein Beispiel und gleichzeitig massiver Aufreger: Die Deutsche Bahn plant zur Verschwenkung von Gleisen mitten auf der grünen Wiese in Kalkum einen Tunnel, während sie wenige hundert Meter entfernt einen Lärmschutzdeckel für Angermund bislang ablehnt.

Dazu Frau Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund e.V.:

„Wie unsinnig ist das denn? Der Bahntunnel in Kalkum kostet dem Steuerzahler wohl deutlich mehr als 50 Millionen Euro. Wir fragen uns, warum dieses Geld nicht sinnvollerweise in einen Lärmschutzdeckel für Angermund investiert wird und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden – nämlich die Gleise verschwenkt als auch nachhaltiger Lärmschutz für das hoch belastete Angermund geschaffen“.

Die Einwender kritisieren außerdem den weiterhin vorgesehenen Glyphosat bzw. Herbizid-Einsatz durch die Deutsche Bahn in den Wasserschutzzonen im Düsseldorfer Norden und erinnern an den unmissverständlichen Auftrag, des Bundesverfassungsgerichts an den Staat und damit auch dem Staatskonzern Bahn: Die Verfassungshüter haben in ihrem Urteil vom 29. April 2021 bekanntlich deutlich gemacht, dass die natürlichen Lebensgrundlagen auch für künftige Generationen zu schützen sind.

Da die RRX-Unterlagen nur auf einer kurzfristigen Verkehrsprognose fußen, die bis 2030 reicht, werden nach Ansicht der Einwender, die Umwelt- und Gesundheitsprobleme, die der intensive Schienenverkehr auf dieser hoch belasteten Durchfahrtstrasse verursacht, ungerechterweise künftigen Generationen aufgebürdet.